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Die Entwicklungscommunity rund um HAL-Plan wächst und gewinnt an Dynamik

Der webbasierte digitale 3D-Zwilling „HAL-Plan“ der Stadt Halle (Saale) entwickelt sich kontinuierlich weiter und nimmt zunehmend eine zentrale Rolle in der kommunalen Stadtplanung ein. Seit dem Start der Kooperation mit dem beauftragten Dienstleister im Jahr 2023 im Rahmen des Bundesprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ ist ein leistungsfähiges, modular aufgebautes System entstanden. Die bereits vorhandenen Grundfunktionen wurden im  GDI-LSA Newsletter 2-2025 beschrieben. Die Bereitstellung als Open Source im Januar 2026 stärkt die Entwicklungscommunity, fördert Nachnutzung, insbesondere auf der Kommunalebene, und beschleunigt die gemeinsame Weiterentwicklung im Land.

In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche neue Module integriert und bestehende Funktionen gezielt ausgebaut. Maßgeblich hierfür ist die wachsende Gemeinschaft aus Kommunen, Landesakteuren und Entwicklungspartnern, die ihre fachlichen Anforderungen und Erfahrungen aktiv einbringt. Mit einem neuen Beteiligungsmodul stellt die Stadt Halle (Saale) projektbezogene Informationen per digitalem Storytelling bereit und leitet Nutzende gezielt durch den Beteiligungsprozess. Ein sichtbares Ergebnis dieser Dynamik ist ebenfalls das Projekt „HAL-City“, das im Rahmen des Landesprogramms „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ gefördert wird.

Mit HAL-City entsteht auf Basis von HAL-Plan eine datengestützte Steuerungsplattform für das Innenstadtmanagement. Leerstände, Branchenstrukturen und Unternehmenszusammensetzungen werden systematisch erfasst, analysiert und visualisiert. Zwischen November 2025 und Oktober 2026 wird so ein Werkzeug aufgebaut, das Transparenz schafft, Beteiligung ermöglicht und datenbasiertes Handeln unterstützt. Für die Testphase von März bis August 2026 werden aktuell bis zu drei Testkommunen gesucht, die ihre Workflows erproben und aktiv Feedback in die Weiterentwicklung einbringen möchten.

Ein weiterer Meilenstein für die Entwicklungscommunity ist die enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales (MID) des Landes Sachsen-Anhalt. Im Zuge des Aufbaus landesweiter Digitaler Fachzwillinge entstehen zusätzliche Module, unter anderem zum für die hiesigen Kommunen bereits kostenfrei nutzbaren Beteiligungsportal Sachsen-Anhalt sowie zur Darstellung und Nachnutzung der Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Land und Kommune zeichnet sich durch einen offenen Austausch, kurze Abstimmungswege und eine hohe Praxisnähe aus. Mit diesem Zusammenspiel werden die Qualität und Anschlussfähigkeit der Entwicklungen deutlich erhöht.

Auch die Stadt Paderborn, ebenfalls Modelkommune Smart City, erweitert die Community mit neuen Anwendungsfällen. Dazu zählen die Integration von 3D-Punktwolken mit RGB-Werten, Cesium Vectortiles sowie die Definition differenzierter Nutzungstypen für Gebäudeplanungen. Letztere ermöglichen belastbare Aussagen zu Folgekosten, etwa für soziale Infrastruktur oder Stellplatzbedarfe. Sämtliche Entwicklungen stehen anschließend ebenfalls als Open Source zur Verfügung.

Der regelmäßige Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Partner verleihen HAL-Plan eine hohe Entwicklungsgeschwindigkeit und fachliche Tiefe. So entsteht Schritt für Schritt ein Digitaler Zwilling, der an realen Bedarfen ausgerichtet ist und gemeinsam neue Qualitätsstandards setzt.

Zu den Hintergründen:

Die Stadt Halle (Saale) ist eine von bundesweit 73 Modelkommunen Smart City. Das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen geförderte Programm unterstützt Städte und Regionen dabei, digitale Technologien gezielt für eine nachhaltige Stadtentwicklung einzusetzen.

Das Land Sachsen-Anhalt beabsichtigt, das technologische Nachnutzungspotenzial zum Digitalen Zwilling für die gesetzlich verpflichtende kommunale Wärmeplanung (KWP) zu untersuchen. Es soll ein Fachzwilling erarbeitet und als Best Practice insbesondere für die Kommunalebene bereitgestellt werden. Hierfür sind der Aufbau und der Betrieb einer prototypischen Infrastruktur-Lösung niederschwellig skaliert und ressourcenschonend auf Basis der bestehenden Toollandschaft zur Integration in der kommunalen Praxis geplant. Das Projekt unterstützt die digitale Transformation durch Bereitstellung einheitlicher Infrastrukturen (Open Source) unter Nutzung verbindlicher Standards. Als Partner ist das Landesamt für Vermessung und Geoinformation mit seinen vielseitig nutzbaren Geobasisdaten (Open Data) und Geodateninfrastrukturkomponenten in Sachsen-Anhalt beteiligt.

Weitere Informationen:

(Katja Gehrmann, Stadt Halle (Saale), Geschäftsbereich II Stadtentwicklung, Umwelt und Sicherheit, Fachbereich Städtebau und Bauordnung, Abteilung Stadtentwicklung und Freiraumplanung, Marktplatz 1, 06100 Halle (Saale)

René Wiesner, Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt (MID), Abteilung 4, Referat 42, Geobasisinformationssystem, Geodateninfrastruktur, Turmschanzenstraße 30, 39114 Magdeburg)